"Bescheidenheit ist in der Reiterei sehr, sehr wichtig, weil man mit einem Lebewesen zusammen ist."

Dressur-Reiten
Klaus Balkenhol, Reit-Lehrer und Trainer von Matthias Rath

Klaus Balkenhol (69) begann seine aktive Dressur-Karriere mit 38 Jahren und ritt bis 1996 aktiv. In dieser Zeit errang er fünf Deutsche Meistertitel und gewann zwei Gold-Medaillen mit der Deutschen Equipe bei Olympischen Spielen. Nach seiner Sportler-Laufbahn arbeitete Klaus Balkenhol von 1996 bis 2000 als leitender Bundestrainer Dressur. Von 2000 bis 2008 betreute er die amerikanischen Dressur-Reiter und seit 2008 arbeitet er als freier Unternehmer mit ausgewählten privaten Schülern. Wir trafen Klaus Balkenhol auf seinem Hof in Rosendahl, erhielten Einblick in seine Philosophie und in die Arbeitsweise mit Dressur-Pferden.

MEDIEN UND JOURNALISMUS

Herr Balkenhol, Sie waren nicht unbedingt erpicht auf ein Interview. Woher kommt diese "Zurückhaltung"?

Ja, das muss ich zugeben. Als Reiter und während meiner Trainer-Zeit habe den "Zirkus" hautnah miterlebt. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Journalisten gäbe, die ihrer Sorgfaltspflicht zur Genüge nachkommen und eine wahrheitsgemäße Recherche betreiben würden. Und jetzt reitet unsere Tochter Anabel auch in der Weltspitze mit ...

... und was raten Sie Ihrer Tochter für den Umgang mit den Medien?

... manches Mal bin ich versucht, ihr einen Rat zu geben. Aber dann denke ich: "Die jungen Sportler müssen ihre eigene Erfahrung machen". Insgesamt empfinde ich den Umgang mit der Presse als sehr, sehr schwierig. Wenn man sich in einer exponierten Position bewegt, sollte man seine Worte wohl wählen.

NATIONALE UND INTERNATIONALE REITSCHÜLER

Die Reiterwelt bereitet sich intensiv auf die Weltmeisterschaft in Kentucky vor. Welche Dressur-Reiter begleiten Sie auf dem Weg zur WM?

Momentan betreue ich drei Reiter, die für die WM nominiert sind. Das sind Laura Bechtolsheimer (24 Jahre, Nr. 3 der Weltrangliste) aus England, Matthias Rath (26 Jahre, Nr. 7) aus Deutschland und unsere Tochter Anabel Balkenhol (38 Jahre, Nr. 16). Wenn alles klappt, betreue ich alle drei bei den Welt-Reiterspielen und damit habe ich alle Hände voll zu tun.

Bis auf Ihre Tochter sind Ihre Schützlinge weit verstreut. Wie organisieren Sie die Trainingseinheiten mit den Top-Reitern?

In der Regel fahre ich alle 14 Tage für zwei Tage nach England und absolviere dort ein Training mit Laura und ihrem Vater. Sie ist die jüngste englische Meisterin gewesen - sehr jung für eine Dressur-Reiterin, aber schon sehr erfolgreich. Ab und zu kommt sie, wenn es ihre Nachwuchs-Pferde erlauben, hierher zum Training. Außerdem fahre ich zu den Turnieren - wie Aachen, Rotterdam oder Hickstedt - und betreue meine Schützlinge vor Ort. Mit Matthias Rath und Anabel trainiere ich entweder hier oder wir treffen uns bei Matthias zu Hause, oder wir verbringen einige Tage vor wichtigen Ereignissen am Turnierort.

TRAINING MIT US-AMERIKANERN

Sie haben auch international gearbeitet, mit Amerikanern. Welche Erfahrungen haben Sie dort gesammelt?

Mein Engagement bei den Amerikanern folgte nach dem Bundestraineramt und dauerte knapp zehn Jahre. Das war eine sehr, sehr schöne, aber aufgrund der vielen Reiserei sehr anstrengende Zeit. Die Amerikaner habe ich bei zwei Olympischen Spielen und zwei Weltmeisterschaften betreut.

Wird in den USA anders gearbeitet?

In Amerika gibt es eine Handvoll Leute, die lange in Europa waren und ihre Ausbildung in Deutschland gemacht haben, u.a. Günter Seidel, Stefan Peters und Jan Ebeling. Sie sind in die USA gegangen, haben sich dort selbstständig gemacht und betreiben dort Ausbildungsställe mit eigenen Schülern. Insofern kennen wir uns schon lange.

Woher rühren die Unterschiede im Umgang mit den Pferden?

Der normale Durchschnitts-Amerikaner hat nicht diesen großen Pferde-Umgang und gehört nicht zu der großen Züchterfamilie. Sie sind selten mit dem Pferd groß geworden, sondern erst später ans Reiten herangeführt worden. Da die Amerikaner im Allgemeinen diese Nähe zu den Pferden nicht so kennen, sind sie angetan von Leuten, die die Sprache der Pferde verstehen. In Deutschland wachsen die Pferdeleute mit mehr Bezug zum Pferd auf - das ist ein großer Unterschied.

AKZEPTANZ UND VORBILD ALS TRAINER

Auf welche Dinge achten Sie bei der Arbeit mit den unterschiedlichen Schülern?

Zwar trainiere ich mit Athleten unterschiedlicher Herkunft und Nationalität, aber entscheidend ist die Akzeptanz als Trainer. In meinen Augen muss man jedem - auch einem Spitzensportler - sagen können: "Du musst das so und so machen. Komm her, ich setz' mich mal aufs Pferd und mach' es Dir vor". Das ist wichtig und wenn man das bei den Amerikanern nicht kann, ist man sofort weg. In Deutschland ist das nicht anders und auch als Bundestrainer habe ich die Pferde der Spitzenleute geritten und ihnen manche Dinge gezeigt. Diese Arbeitsweise bringt Nähe und es fällt Reiter und Trainer leichter.

Was ist der Vorteil, wenn der Trainer die Zügel in die Hand nimmt?

Wenn ich als Trainer auch reite, können beide - Trainer und Schüler - feststellen und diskutieren, wie das Pferd auf die Einwirkungen reagiert und was zu tun ist? Das ist ganz wichtig und das Arbeiten ist hinterher viel einfacher. Außerdem reiten junge Menschen heute auf einem höheren Level und sind kritischer (geworden). Daher muss ein Trainer sein fachliches Können überzeugend darlegen und die Akzeptanz der Schüler finden.

Was passiert, wenn ein Schüler keine Akzeptanz zeigt oder nicht konzentriert ist?

Ohne Akzeptanz gehen die Schüler ihren eigenen Weg, probieren aus, laufen (womöglich) in die falsche Richtung und sind nicht mehr bei sich. Wenn ich mangelnde Konzentration oder Akzeptanz bemerke, breche ich ein Training durchaus ab und sage: "Du, das hat heute keinen Sinn, wir machen das morgen und unterhalten uns vorher nochmal über gewisse Dinge". Ich will, dass meine Schüler voll bei der Sache sind!

ARBEITSWEISE ALS TRAINER

Wie erleben Sie den Unterricht mit Ihren Schülern, reiten Sie im Geiste mit?

Ja, ich bin zu 100 Prozent dabei. Wenn ich eine Stunde unterrichte, bin ich hinterher genauso geschafft wie der Reiter, wenn nicht noch mehr. Ich versuche immer, mein eigenes Gefühl in die Reiterei des Schülers mit einspielen zu lassen.

Woher rührt diese zupackende Art Ihrer Arbeitsweise als Trainer?

Ich wuchs auf einem Bauernhof auf und hatte schon als Kind mit Pferden und anderen Tieren zu tun. Und da habe ich gemerkt und gelernt, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich in die Seele eines Tieres hineinarbeitet oder -denkt. Durch dieses Hineinfühlen kann man ergründen "was spürt ein Pferd, wenn man etwas mit ihm macht und wie reagiert es?"

O.k., dann muss man das Zupackende um das Einfühlende erweitern ...

Unbedingt, denn Reiten geht nur in Kooperation mit dem Lebewesen Pferd. Ein Reiter muss sich schnell auf eine neue Situation einstellen können, aber gleichzeitig ein Pferd lenken. Es darf nicht passieren, dass das Pferd agiert und der Reiter darauf reagiert. Darin steckt die Schwierigkeit - der Reiter agiert, lenkt und soll das Pferd mit der Zeit erfühlen können (lernen).

TALENTSUCHE BEI PFERDEN

Auf welche Kriterien achten Sie bei der Talentsuche bei Pferden?

Die Physis und die Wesenszüge von Pferden können sehr unterschiedlich sein. Bei der Suche nach Talenten achte ich darauf, ob ein Pferd sich freuen kann und aus dieser Freude Gehlust entwickelt.

... Gehlust??

Ein gutes Pferd braucht Gehlust, um vorwärts zu gehen. Als Fluchttier will ein Pferd laufen und sich bewegen - und diese Freude an der Bewegung ist die Voraussetzung für die Grundgangarten in der Dressur. Außerdem achte ich darauf, ob ein Pferd leicht zu motivieren und ob es elektrisch, d.h. empfindsam genug, ist. Ein talentiertes Pferd hat eine gute Feinmotorik, reagiert direkt und nimmt neue Dinge schnell auf.

Wie kann ein Trainer die positiven Voraussetzungen eines Pferdes umsetzen?

Zu der Kombination Reiter und Pferd gehört der entsprechende Trainer. Auch er sollte feinfühlig sein und muss den passenden Weg mit dem Paar gehen und sich folgenden Themen widmen: "Wie kann man die beiden zu einer Einheit werden lassen, was ist harmonisch oder was bewirkt bei dem Paar eine Disharmonie?".

HOLLÄNDISCHE VS. DEUTSCHE NACHWUCHSARBEIT

International waren die Deutschen bis vor ein paar Jahren Weltspitze, nun sind es die Holländer. Wie kam es zu diesem Wechsel?

Ja, leider haben uns die Holländer den Rang abgelaufen. Diesen Wechsel konnte man kommen sehen und er hat mehrere Ursachen. Einerseits ging unseren Spitzenreitern und -pferden so langsam die Puste aus, andererseits wurde die Nachwuchsarbeit nicht intensiv genug betrieben.

Wie sieht die Situation momentan aus?

Inzwischen haben wir einige Nachwuchsleute, die im großen Sport mit ihren Pferden mithalten können und eine neue Generation darstellen. Außerdem gibt es vielsprechende Junioren und Junge Reiter, die dieses Jahr bei der Junioren-Europameisterschaft in Kronberg durchschlagenden Erfolg hatten. Diese intensive Nachwuchsarbeit hätten wir bereits vor 6 oder 7 Jahren haben müssen, denn die Deutschen sind nicht schlechter, sondern die Holländer besser geworden.

ERFOLGE DURCH PFERDEGERECHTE AUSBILDUNG

Welche Konsequenzen ziehen Sie als Trainer aus der Entwicklung?

Für mich - oder uns - bedeutet das nur, dass wir die Ausbildung und das Training weiterhin nach den Richtlinien des Deutschen Reiter Verbandes (DRV) und der Fédération Equestre Internationale (FEI) betreiben werden. Es geht darum, dass ein Pferd pferdegerecht ausgebildet wird, dass es keinen Schaden erleidet und nicht mit aggressiven Mitteln willfährig gemacht wird. Daran halten wir uns und wir können, wenn Pferde richtig geritten werden, sie auch auf diesem Weg zu Top-Leistungen bringen.

Haben Sie erfolgreiche Beispiele mit einer pferdegerechten Ausbildung?

Ich bin diesen Weg immer gegangen und habe vielleicht auch Fehler gemacht. Aber diese Fehler haben niemals dem Pferd geschadet, sondern lediglich meine Entwicklung gebremst und ein Umdenken erfordert. Da ich damals keinen Reitlehrer hatte, musste ich mir diese Dinge selbst erarbeiten und habe durch eigene Erfahrungen sehr viel und intensiver gelernt - und war als Reiter erfolgreich.

Aber können Sie mit der richtlinientreuen Lehre heute noch in der Weltspitze mithalten?

Ein "modernes" Beispiel ist Laura Bechtolsheimer, die es mit einem sehr schwierigen Pferd (Mistral Hojris) auf Nr. 3 in der Weltrangliste geschafft hat. Wir haben ihr Pferd immer fair und niemals aggressiv behandelt. Das jüngste Beispiel ist meine Tochter Anabel mit ihrem Pferd Dablino. Das Pferd war gar nicht einfach, aber sie ist mit Hilfe der klassischen Reitlehre in die Spitze geritten ...

... heißt das, Sie fühlen sich in Ihrem Tun bestätigt?

Mir zeigen diese Beispiele, dass ich mit meinen Schülern auf dem richtigen Weg war und bin. Sie können mit diesen, von unseren Vorfahren übernommenen Methoden in die Weltspitze hineinreiten. D.h., die klassischen, altbewährten Grundsätze haben noch Geltung und bilden auch heute die Basis für das moderne Reiten.

 

 

 

 

Interview mit Matthias Rath

Bereits in jungen Jahren nahm Dressur-Reiter Matthias Rath (26), inspiriert durch seinen Vater und Trainer Klaus-Martin Rath, bei internationalen Dressur-Turnieren teil. Inzwischen gehört der BWL-Student zur Deutschen Equipe, die sich Hoffnungen auf Medaillen bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Kentucky (USA) macht.

FASZINATION REITEN

Herr Rath, ist Reiten Ihr Leben?

Bei meiner Familie waren Pferde und Reiten schon immer ein zentrales Thema und so habe ich von klein auf damit zu tun. Insofern erfüllt Reiten seit 25 Jahren mein Leben und wird es auch weiterhin tun.

Eine Reiterkarriere kann man bis ins hohe Alter betreiben...

... sicher möchte ich lange aktiv bleiben, aber ich will irgendwann sagen "Mensch, Du hast wirklich viel erreicht !" und selbst entscheiden, wann die Zeit aufzuhören gekommen ist. Denn nach meiner Sportkarriere möchte ich meine Erfahrung an junge Reiter im Pferdesport weitergeben und Pferde trainieren und ausbilden.

Was fasziniert Sie am Reiten?

Beim Reiten muss man immer dazulernen und auch wenn man meint, mit einem Pferd zurecht zu kommen, lernt man ständig weiter. Dazu bringt einen das Lebewesen Pferd. Unter den Pferden gibt es die unterschiedlichsten Charaktere und es ist immer spannend, mit ihnen umzugehen. Jedes Pferd ist anders im Stall, im Umgang und beim Reiten - und das macht den Sport Reiten für mich faszinierend.

SPORTLICHE ZIELE - LEBENSLANGES LERNEN

Wie lassen sich Ihre reiterlichen mit den sportlichen Zielen vereinbaren?

Es würde mich nicht allein zufriedenstellen zu sagen: "Ich will zur Olympiade 2012 und will da erfolgreich mitreiten". Aus sportlicher Sicht wäre es schön, dort zu reiten, aber damit erreiche ich nur Teile meiner Ziele im Reitsport. Mir geht es darum, mich als Reiter weiterzuentwickeln, viele Pferde gut auszubilden und in den nächsten Jahren immer wieder mit ihnen das höchste Niveau zu erreichen.

Heißt das auch, man sollte sich und seine Fähigkeiten ständig überprüfen?

Beim Reiten gibt's immer wieder Erlebnisse mit den Pferden, die einem zeigen: "Na, eigentlich kannst Du's immer noch nicht". In anderen Sportarten muss man selbstkritisch bleiben, beim Reitsport übernehmen das die Pferde. D.h., man wird immer wieder dazu angehalten, darüber nachzudenken und muss sich stetig weiterentwickeln.

Das klingt nach lebenslangem Lernen!

Als Reiter lernt man nie aus und erwirbt mit den Jahren einen riesigen Erfahrungsschatz. Mein Vater z.B. hat so viele Pferde in seinem Leben geritten, dass er sofort weiß, wie er unterschiedliche Pferde handhaben kann.

VATER ALS TRAINER

Wie funktioniert es, den eigenen Vater als Trainer zu haben?

Mein Vater - Klaus-Martin Rath - ist ein Mensch, der unheimlich gut auf einen eingehen kann. Er weiß, wie ich in gewissen Situationen reagiere und kann mich bei Turnieren und in wichtigen Momenten sehr gut unterstützen. Beim Training herrscht die normale Trainer-Schüler-Ansprache, d.h., der Trainer hat das Sagen und dann wird es gemacht. Manchmal frage ich ihn, "das hat sich so-und-so angefühlt, kann man das nicht anders machen ?".

Gibt es da keine Rollenkonfusionen ?

Wir versuchen sportliche Dinge auf dem Reitplatz zu verhandeln oder zu diskutieren - das eine ist Training und das andere ist das normale Leben. Außerdem bin ich letztes Jahr vom Hof weggezogen, denn irgendwann muß man sein Privatleben haben - ich glaube, das ist für beide Seiten gut.

Seit einiger Zeit trainiert Sie auch Klaus Balkenhol. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Klaus Balkenhol ist nach wie vor der beste Dressur-Trainer in Deutschland. Unsere Zusammenarbeit fing im Herbst 2008 an, weil ich neue Anregungen und Impulse ins Training einfließen lassen wollte. Da hat mein Vater den Anstoß gegeben, was gut war, denn ich habe schon immer mit meinem Vater trainiert und Trainer sagen oft genug "bei mir und bei keinem anderen".

KÖRPERLICHE UND GEISTIGE FITNESS

Machen Sie neben dem intensiven Reiten auch Ausgleichstraining?

Reiter müssen eine gewisse Fitness haben - das ist hilfreich für die Grundkörperspannung - und wir brauchen allein schon für die Konzentration auf die Lektionen ein gewisses Maß an Ausdauer. Ich habe 2008 mit einem gezielten Ausdauer- und Kraft-Training angefangen und inzwischen bin überzeugt davon. Außerdem arbeite ich regelmäßig mit einem Physiotherapeuten, der auch zu den Turnieren mitfährt.

Arbeiten Sie mit einem Sportpsychologen?

Im Frühjahr 2008 habe ich beschlossen, die Sportpsychologie für meine Entwicklung zu nutzen. Durch die Betreuung habe ich u.a. gelernt, die Abläufe bei den Turnieren zu optimieren und gezielter und konzentrierter an meine Aufgaben im Viereck heranzugehen. Viele Dinge davon kann ich heute selbst nutzen, und wenn ich mehr Zeit habe, mache ich weiter.

DRUCK BEIM WETTKAMPF

Sie haben viel über das Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter gesprochen. Welche Herausforderungen gibt es bei Turnieren?

Da ist einmal die eigene Erwartungshaltung: Beim Reiten ist man alleine im Viereck und man sollte sich auf das Pferd konzentrieren. Aber das funktioniert nicht, wenn man z.B. über Konsequenzen wie Punkte oder Platzierungen sinniert. Und dann gibt es die Erwartungen der Medien und der Öffentlichkeit, die in Deutschland vor allem beim CHIO in Aachen sehr präsent sind und uns Reiter in Beschlag nehmen. Das ist Druck pur! Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich mit Druck und Erwartungen umgehen kann: Als es letztes Jahr bei der EM um die Mannschaftswertung ging, da war ich so konzentriert auf das Reiten und meine Aufgaben, dass es echt gut funktioniert hat.

Autorin
Eva Pfaff, mail: eva-pfaff@web.de

Quelle
Pfaff, E. (2010). "Bescheidenheit ist in der Reiterei sehr, sehr wichtig, weil man mit einem Lebewesen zusammen ist." Leistungssport, 40 (5), S. 25-30.

www.dosb.de/de/leistungssport/publikationen/zeitschrift-leistungssport/
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