Sport & Bewegung

Sport macht...

Wirkungen des Sports

Dem Sport werden viele positive Effekte nachgesagt. Leistungssportler erleben ihn durch intensives Training und führen ihre persönliche Entwicklung auf Erfahrungen aus dem Sport zurück. Hobby- oder Freizeitsportler treiben Sport, weil sie Freude daran haben und Lust auf mehr bekommen. Statt eine Abhandlung über die Wirkungen zu schreiben, sollen Menschen und Bilder sprechen.

Ernstes und Halbernstes über den Sport aus verschiedenen Perspektiven

Erfahrungen eines Leistungssportlers

(Im Sport habe ich viel gelernt): Selbstbewußtsein, Achtung vor Leistungen - auch wie wichtig es ist, die kleinen Dinge des Lebens zu genießen. Aber ich habe auch eine Scheinwelt kennen gelernt - das betrifft die Arbeit, die einem abgenommen wird, oder den Beifall, den man erfährt. Du machst ja eigentlich nichts anderes als andere Personen in ihrem Leben, nur der Sport ist viel öffentlicher. Dadurch vermittelt man dir ein Gefühl der Besonderheit und das ist notwendig, um Hochleistungen zu produzieren. Ich habe das gar nicht so als besondere Leistung gesehen, sondern wollte an meine persönlichen Grenzen herangehen. Das an-die-Grenzen-gehen fällt dann schwer, wenn man durch eine Verletzung oder Krankheit aussetzen muß. Dann hat man ein Problem... aber als Leistungssportler zieht man aus solchen Situationen wieder Motivation und resigniert nicht. Außerdem erlebt man im Leistungssport den Zustand des 'flow' (Denken und Handeln geschehen im Fluß). Und das hab ich beruflich noch nicht so erfahren wie im Sport. Das ist ein erstaunliches Gefühl.

Weltmeisterliche Trainingsinhalte im Radsport

Zu Anfang hat ein älterer Trainer das Training geleitet, einmal die Woche. Die anderen vier Tage mußten wir selbständig trainieren. Später hatten wir einen Diplomsportlehrer, der sportwissenschaftlich mit uns gearbeitet hat. Ihm habe ich viel zu verdanken: als Quasi-Heimtrainer hat er von der Folterkammer (Krafttraining) bis zum systematischen Radtraining - also Intervalle und Serien, Kraftschnelligkeit und Ausdauer - mein ganzes Training bestimmt.

Ansonsten hab ich im Radsport die Abwechselung geliebt: Wir sind halt drauf gestiegen (aufs Rad) und sind raus gefahren ins Rems-Tal im Frühjahr. Da war es schön sonnig und da gab es Erdbeeren auf dem Feld und Kirschen an den Bäumen. Im Hochsommer sind wir im Schwarzwald gefahren, unter den Tannen, wo man in der Bruthitze auf 400 Meter Höhe ein gemäßigtes Klima hatte. Und (wir sind) gefahren was wir wollten - wenn wir mal Lust hatten, haben wir an einer Kneipe angehalten und 6 Stücke Schwarzwälder Kirschtorte gegessen. (lacht)

In Frankfurt haben wir immer Station in einem Cafe gemacht. Da waren wir bekannt und sind beim Trainingslager fast jeden Nachmittag hin. Im freien Training ohne Trainer sind wir rüber gefahren und durften die Räder mit ins Lokal nehmen. So standen die nicht draußen auf der Straße, wenn der Trainer oder einer der Betreuer zufällig vorbeikam und sagt 'das Rad kenn ich, und das, und das ...'. Dann haben wir bestellt: einen Apfelkuchen, eine Schwarzwälder und dies und jenes - manchmal hatten wir 5 Stücke Kuchen auf einem Teller.

... jeder Leistungssportler braucht einen Ausgleich ... oder genug zu Essen ??

aus: Interviews zur Diplomarbeit

Beobachtungen und Meinungen von Josef Capousek, Ex-Kanu-Bundestrainer

... über Motivation der Athleten

Sportler zu trainieren, ist häufig eine Gratwanderung. In manchen Phasen muß man motivieren, selbst wenn alles rund läuft. Wenn man einen Athleten z.B. nicht nominiert, gibt es die Gefahr, dass er sagt: "OK, das packe ich nicht mehr" und zack, aufhört. Dann hat man als Trainer etwas falsch gemacht. In anderen Phasen muß man loben, wo es eigentlich nichts zu loben gibt. Die Sportler geben sich zwar alle Mühe, aber es läuft nichts. Da kann ich doch nicht schimpfen, sondern sage " das war gut" und gebe ihnen Zeiten, die gar nicht stimmen. Ein anderer Fall ergibt sich, wenn man die Athleten auf den Boden halten will. Dann sag z.B. ich ihnen, dass sie 5 Sekunden langsamer waren. Da gucken die wie Autos, weil sie genau merken, ob es gut oder schlecht läuft. Und wenn die sich dreimal umdrehen, behaupte ich "was ist, ihr wart langsamer".

... über Entwicklungen als Trainer und Sportler

Zu unserer Rolle als Trainer und der Entwicklung der Sportler habe ich mir auch Gedanken gemacht: Wir werden immer älter, aber wir haben die gleiche Zielgruppe, die Sportler zwischen 19 und 25 Jahren. Ich arbeite schon seit über 20 Jahren in dem Bereich und wer weiß wie viele Generationen von Sportlern ich schon durchhabe. Mittlerweile sind das gestandene Männer, die mit ihren Kindern zu Wettkämpfen kommen. Und da fängt das Problem an: Ich habe das Gefühl, einige Trainer verstehen die neue Generation nicht. Ein Kriterium für das Verständnis ist z.B. der Musikgeschmack. Wenn ich mit den Sportlern unterwegs bin, ihre Musik hören kann und nicht sage "Mach mal die Sch.... aus und mach mal Blasmusik an !". Solange ich das hören und an ihren Gespräche teilnehmen kann, solange versteht man die Generation. Aber es gibt Trainer, die sich mit dem Sportler nicht unterhalten oder ihre Musik nicht anhören können - und damit verliert man als Trainer den Draht zu den Sportlern.

... über weibliche Sportler und Konflikte

8 Jahre war ich Frauentrainer und wollte immer schlichten, wenn die Frauen gezankt haben. Ich hatte das Gefühl, ich muß das Problem lösen und wollte mit denen sprechen. Und was passierte dann- beide waren beste Freundinnen und ich war der Depp. Am Ende verursachte ich viele Konflikte durch die Schlichtungsversuche. Jetzt weiß ich: mit Frauen macht man die Tür zu, läßt sie untereinander reden und hält sich besser raus...

Erfahrungen als Trainer in China

... über Sprachprobleme

Englische Nachrichten in China kann man vergessen. Über das Internet krieg ich mehr mit, das ist meine Kommunikation nach außen. Die sprachlichen Schwierigkeiten gehen soweit, dass ich nicht mal in Essen bestellen kann. Da rufe ich meinen Dolmetscher an und sage "Jang, ich bin im Restaurant, ich gebe ihnen die Kellnerin und bestellen Sie für mich". Mein Dolmetscher sitzt zu Hause in einer 1000 km entfernten Kleinstadt und bestellt mein Essen über Handy.

... über den Stellenwert des Handy

Handy, das ist den Chinesen unheimlich wichtig. Die Leute kaufen sich die neuesten Handy-Modelle und die Dinger können Sachen, die kein normaler Mensch braucht. Es ist egal wie viele Pixel die Kamera hat, ob man ins Internet kommt oder was man damit empfangen kann - es ist "in". Die meisten brauchen das für sms und zum Telefonieren, aber man hat ein Gerät, was alles kann. Wenn der Chinese das neueste Gerät auf den Tisch legt, dann ist er der absolute King. Außerdem gibt es einen Trend zum Zweithandy. Bei mir waren die Trainer schon empört, weil mein Handy schon zwei Jahre alt ist und meinten: "Wie kannst du als Cheftrainer so was haben ?" Na ja, da musste ich mir was überlegen und habe 4 Geräte eingepackt. Da saßen dann acht Mann am Tisch, der eine 1, der andere 2 Handys - und dann habe ich meine 4 rausgeholt und habe gesagt "hier !" Da waren sie so richtig verblüfft und später kam der eine Trainer und meinte "da muß ich auch noch 2 besorgen"....