Grand-Slam-Tennis

Bei den US Open sind die erfolgreichen Spieler älter

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Die Oldies sind in New York „en vogue“. Inklusive Federer waren vier der acht Viertelfinalisten 30 Jahre oder älter – bei den Frauen war ein Quartett in der Runde der letzten Acht sogar 32 Jahre oder älter. „30 ist eben das neue 20“, hatte Serena Williams (33) schon vor geraumer Zeit behauptet.

Weil das Tennis physisch so anspruchsvoll geworden sei, achten die Profis mehr auf ihren Körper als früher, glaubt Kerber-Bezwingerin Viktoria Azarenka (26): „Man ernährt sich gesund und arbeitet viel an seiner Fitness, weil das einfach die Karriere verlängern kann.“

Langfristige Qualität mit guter Planung

Die ehemalige Profispielerin und Diplom-Psychologin Eva Pfaff sieht die mentale Frische als einen der Hauptgründe für den Erfolg von Williams & Co. „Zum Teil hatten sie Pausen und langwierige Verletzungen, die ihre Zeit auf der Tour verlängern. Sie sind froh, wieder spielen zu können. Und frisch, weil sie zwangsweise Erholungspausen hatten“.

Pfaff glaubt außerdem, dass man eine langfristige Qualität mit guter Planung erreicht, nicht mit Quantität – also einer hohen Anzahl an Turnierteilnahmen. „Das individuelle Pacing ist wichtig im Alter“, meinte Pfaff: „Die schlauen Leute ziehen sich hin und wieder zurück, und sie kommen frisch und mit Lust aufs Spielen zurück.“

Nach einer Erhebung der USA Today lag das Durchschnittsalter der Top Ten bei den Männern 1992 bei 23,2 Jahren – derzeit beträgt es 28,6 Jahre. Der letzte Teenager, der ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, war 2005 Rafael Nadal bei den French Open. Trainer-Guru Nick Bollettieri glaubt nicht, dass in naher Zukunft wieder ein junger Spund einen Major-Gipfel erklimmt. „Der Faktor Erfahrung spielt mittlerweile eine zu große Rolle“.


Roger Federers Tennis-Kunst

Gute Karten also für Federer, der sich auch im fortgeschrittenen Alter immer neu erfindet, zuletzt mit einem als Return geschlagenen Halb-Volley von der T-Linie. „Die jungen Burschen rücken nach. Ich musste mein Spiel also wieder entsprechend justieren“, erklärte Federer – mit einem fast jungenhaften Grinsen.

Eurosport.com – 9/2015