Sportler resignieren nicht…

Kann man sagen, sie sind fixiert auf das Ziel?

Ja. Das hat auch damit zu tun, dass sie sich vorstellen, wie es bei den Spielen sein wird. Ein Jahr vorher werden die Wettkampfstätten getestet, Schwimmbecken ausprobiert oder Mountainbike-Strecken abgefahren. Man geht mit dieser Erfahrung nach Hause und trägt sie ein ganzes Jahr mit sich herum. Die Leute, die ganz akribisch arbeiten, schauen sich auch das Olympische Dorf an, die Wege, und prägen sich das ein. Die haben das ganze Szenario im Kopf und visualisieren diesen Weg.

Embed from Getty Images

Es gibt genügend Erfahrungen mit Sportlern, die ihr Ziel, die Olympiaqualifikation, nicht erreichen. Aber wie muss man sich vorstellen, was in ihnen vor sich geht, wenn der Fixpunkt selbst nicht mehr fix ist?

Große Unsicherheit, was das Ziel anbetrifft – sie haben das Datum ihres Wettkampfs, oder im Schwimmen oder in der Leichtathletik ihrer Wettkampfwoche vor Augen und richten ihren Trainingsplan danach aus. Sie trainieren zum Beispiel zu ungewöhnlichen Zeiten, weil das auch die Startzeiten in Tokio sein werden.

Wozu führt die Diskrepanz zwischen den Sportlern, die sich allein ein Bild machen müssen, und den vom praktischen Leben offensichtlich nicht mehr erreichten Funktionären?

Bei diesen Funktionären und den Sportinstitutionen geht es um sehr viel Geld – mir scheint, dass bei ihnen die Nerven bloßliegen. Ich kann mir vorstellen, dass es für den Sport Einschnitte geben wird. Weil es so nicht mehr weitergehen kann: Dass sie entgegen allen gesellschaftlichen Erfordernissen so abgehoben sind.

FAZ-Interview – Quelle