Leistungssport – Niederlagen verkraften

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Frau Pfaff, haben Sie in Ihrem Sportlerleben einmal eine Niederlage erlebt, die Sie sich niemals verziehen haben?

Ich habe mir eigentlich alle Niederlagen verziehen, auch wenn manch vergebener Matchball bei einem großen Turnier noch immer im Gedächtnis ist. Ich war in meinem Leben nicht darauf vorbereitet, Leistungssportlerin zu werden, daher hat mich nicht jede Niederlage umgehauen. Bei Sportlern, die jahrelang professionell und zielstrebig trainieren, dürfte das anders sein.

Wie gehen solche Leistungssportler mit Niederlagen um?

Welchen Weg sie wählen, hängt meist davon ab, wie lange sie sich im Leistungssport bewegen. Bei jungen Menschen, führen Niederlagen oft zu einer Reaktion wie „Jetzt erst recht“. Wer aber schon lange in seinem Sport aktiv und vielleicht ein bisschen müde ist, kann die Niederlage zum Anlass nehmen, sich aus dem Sport zurückzuziehen und seinem Leben eine neue Richtung zu geben.

Sind die Sportler besser auf Niederlagen vorbereitet als andere?

Nicht unbedingt, es kommt darauf an, auf welchem Niveau sie sich sportlich bewegen. Wenn sie lange in der Weltspitze waren und wenig verloren haben, ist ihnen die Niederlage fremd geworden. Ein gutes Beispiel ist Roger Federer. Er hat seinen eigenen und den Maßstab der Öffentlichkeit durch seine Leistungen hochgeschraubt. Man vergisst dabei leicht, dass es für ihn unheimlich anstrengend ist, sich auf diesem Niveau zu halten.