Michael Schumacher: Gründe für sein Comeback 2010

Darum kam Michael Schumacher 2010 zurück

Es war das größte Comeback der letzten Monate, aber bei weitem nicht das einzige. Warum kommen so viele erfolgreiche Sportler noch einmal zurück? Ein psychologisches Phänomen, dem SPOX gemeinsam mit Experten auf den Grund gegangen ist.

Comeback – das ist wie ein Virus, das fast jeden ehemaligen Profi nach seinem Rücktritt zu befallen scheint. Bei Schumacher waren die Symptome immer da. Sei es im Kart, auf dem Motorrad oder alljährlich beim Race of Champions. „Michael Schumacher hat nach der aktiven Karriere niemals richtig losgelassen, sondern hat sich weiterhin in dem Umfeld getummelt“, erklärt Sportpsychologin Eva Pfaff.

Vom Sport „abhängig“

Ein Sportler ist in gewisser Weise von seinem Sport abhängig. Wenn man ihn von Kindesbeinen an mit Haut und Haaren betreibt, lebt und liebt man ihn. Dadurch ist klar, dass man nur ganz schwer loslassen kann. Und je erfolgreicher ein Athlet in seinem Sport ist, desto mehr steigert sich die Leidenschaft für das, was er tut.

Bei Sportlern, die auf einem Höhepunkt aufhören, scheint die Wahrscheinlichkeit für ein Comeback höher zu sein. Sie haben den Spaß am Sport nie verloren, sondern geben zumeist an, mental oder körperlich müde zu sein. Wer aber gegen Ende der Karriere schon auf dem absteigenden Ast – und damit weniger konkurrenzfähig – ist, verliert eher die Lust ganz und gar.

Schumi kann gleich wieder ganz oben einsteigen

Top-Athleten wie Schumacher haben den Bonus, dass sie direkt wieder auf dem Level einsteigen können, auf dem sie aufgehört haben. Durch ihren vormaligen Status müssen sie sich nicht erst wieder mühsam nach oben arbeiten. Das macht den Reiz des Comebacks umso größer.

Schumacher wollte vielmehr noch einmal mit seinen alten Weggefährten zusammenarbeiten, noch einmal das Gefühl von früher haben. Die Motivation von innen heraus und die Leidenschaft für den Sport sind so stark, dass alle theoretisch möglichen negativen Aspekte zurücktreten.

SPOX, 3.1.2010