Dressur-Reiten: Klaus Balkenhol Arbeit & Einstellung

Zusammenarbeit mit Athleten

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Foto: Olympiasieger Altanta 1996 – Dressur-Team Deutschland: Martin Schaudt, Isabel Werth, Monica Theordorescu und Klaus Balkenhol (Polizeireiter) (v.l.n.r.).

Auf welche Dinge achten Sie bei der Arbeit mit den unterschiedlichen Schülern?

Zwar trainiere ich mit Athleten unterschiedlicher Herkunft und Nationalität, aber entscheidend ist die Akzeptanz als Trainer. In meinen Augen muss man jedem – auch einem Spitzensportler – sagen können: „Du musst das so und so machen. Komm her, ich setz‘ mich mal aufs Pferd und mach‘ es Dir vor“.

Als Bundestrainer habe ich die Pferde der Spitzenleute geritten und ihnen manche Dinge gezeigt. Diese Arbeitsweise bringt Nähe und es fällt Reiter und Trainer leichter.

Was ist der Vorteil, wenn der Trainer die Zügel in die Hand nimmt?

Wenn ich als Trainer auch reite, können beide – Trainer und Schüler – feststellen und diskutieren, wie das Pferd auf die Einwirkungen reagiert und was zu tun ist? Das ist ganz wichtig und das Arbeiten ist hinterher viel einfacher.

Außerdem reiten junge Menschen heute auf einem höheren Level und sind kritischer (geworden). Daher muss ein Trainer sein fachliches Können überzeugend darlegen und die Akzeptanz der Schüler finden.


Quelle: Interview mit Klaus Balkenhol

Klaus Balkenhol (69) begann seine aktive Dressur-Karriere mit 38 Jahren und ritt bis 1996 aktiv. In dieser Zeit errang er fünf Deutsche Meistertitel und gewann zwei Gold-Medaillen mit der Deutschen Equipe bei Olympischen Spielen. Nach seiner Sportler-Laufbahn arbeitete Klaus Balkenhol von 1996 bis 2000 als leitender Bundestrainer Dressur. Von 2000 bis 2008 betreute er die amerikanischen Dressur-Reiter und seit 2008 arbeitet er als freier Unternehmer mit ausgewählten privaten Schülern.

Leistungssport 5/2010