Kunstturnen: Ulla Koch über Weltklasse-Athletin Oksana Chusovitina

Alter & Leistungsfähigkeit

Was konnten die jungen Turnerinnen von der erfahrenen Oksana lernen?

Ich denke, Oksana hat dieser Generation beigebracht, was man mit Professionalität und Enthusiasmus erreichen kann. Als Turnerin ist sie verlässlich und brachte immer ihre Leistungen, wenn sie gesund war. Denn sie nimmt jede Aufgabe, egal ob es Deutsche Meisterschaften, ein Weltcup oder Olympische Spiele sind, immer gleich ernst. Bis heute bereitet sie sich auf jeden Wettkampf sehr gewissenhaft vor und kann sich auf den Punkt auf ihren Auftritt konzentrieren.

Wie erklären Sie es sich, dass Oksana im für eine Turnerin biblisch hohen Alter noch in der Weltklasse mithalten kann und 2011 WM-Silber im Sprung gewann?

Sie hat ab dem Alter von sechs Jahren eine hohe Trainingsintensität im UDSSR-System durchlaufen. Von klein auf hat sie intensiv trainiert und so viele Bewegungen gelernt, dass Vieles tief verankert ist. Insgesamt ist Oksana für mich ein Wunder, sowohl physiologisch als auch biologisch. Denn trainingswissenschaftlich ist es kaum zu erklären, wie man in diesem Alter noch so schnell sein und solche Kräfte entwickeln kann, um Weltklassesprünge zu absolvieren. Abgesehen von dem jung gebliebenen Körper nutzt Oksana ihre immense Erfahrung, und die Liebe zum Turnen treibt sie weiter an.

Bleibt Oksana Chusovitina dem deutschen Turnen nach ihrer Karriere verbunden?*

Oksana wird ihre langjährige Karriere mit den Olympischen Spielen in London, ihren sechsten seit Barcelona 1992, beenden. Ich bin froh, dass wir für sie eine Stelle als Trainerin in Bergisch Gladbach einrichten können. Sie will unbedingt in Deutschland bleiben, ihren Sohn hier aufwachsen lassen und hat dafür ihre Cheftrainerposition in Usbekistan aufgegeben.

*Leistungssport, 2012


Wikipedia: Oksana Chusovitina