Ski Alpin: Felix Neureuther über den Weltcup und Garmisch

Ski-Weltcup & Entwicklung

Embed from Getty Images

Wie hat Ihnen als Fahrer die Atmosphäre beim Weltcup gefallen ?

Die Atmosphäre dieses Jahr war ist richtig gut. In Garmisch hatten wir 12.000 Zuschauer, was für hiesige Verhältnisse schon Klasse ist. Aber es gibt auch andere Beispiele: In Schladming kommen am Dienstag beim Nachtslalom über 50.000 Zuschauer an den Hang und an der Party-Meile sind noch einmal 20.000 Leute. Oder: Adelboden hat ca. 1500 Einwohner und zu den Weltcups kommen 30.000 Zuschauer am Tag. Angesichts der WM 2011 wünsche ich mir, dass die Rennen ein großes Event werden, schließlich liegen wir im Einzugsgebiet von  München und Innsbruck. Je mehr Zuschauer kommen, desto besser ist die Atmosphäre – das inspiriert uns als Fahrer ungemein.

Nach Ihren Top-Platzierungen in dieser Saison* wartet die Öffentlichkeit auf einen Sieg. Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Entwicklung ?

Beim Skisport braucht man eine gewisse Zeit, bis man gerade bei den Herren auf Top-Niveau mitfahren, oder sogar gewinnen kann. Am Anfang ging alles sehr, sehr schnell: Mit 18 Jahren war ich schon beim Weltcup-Finale der Besten 25 der Welt dabei. Dann hat es eine Zeit gedauert, die Leistungen zu bestätigen. Ich habe auch einiges auf den Deckel bekommen, eine zeitlang lief es richtig schlecht. Aber aus so einer Leistungskrise muß man sich zurückkämpfen. Irgendwann macht es klick und man weiß, wie’s geht.

Wollen Sie sich auch in den anderen  Disziplinen weiterentwickeln ?

Ich möchte versuchen, mich in zwei Disziplinen in der Weltspitze zu etablieren und würde dann über eine dritte nachdenken. Im Riesenslalom hänge ich leider mit meinem Plan hinterher – diese Saison war einfach schlecht.

Was macht den Unterschied zwischen den beiden Disziplinen aus?

Im Riesentorlauf erreicht man streckenweise über 100 km/h. Das kostet einerseits viel Überwindung, andererseits fährt man dort eine andere Technik – die Kurvenradien werden durch die kurzen Skier sehr eng. Der Riesenslalom ist eine brutale Disziplin und in meinen Augen die Schwerste im Alpinen Rennlauf.                        

*Leistungssport, 2008