Ski Alpin: Wolfgang Maier über Teamarbeit & Sportpsychologie

Wolfgang Maier, DSV-Sportdirektor Ski-Alpin

Lassen Sie sich angesichts Ihrer verantwortungsvollen Aufgaben auch coachen ?

Ja, seit 2002 lasse ich mich von Prof. Klaus Höfle, einem Kommunikationswissenschaftler, beraten. Manbraucht Beratung und Feedback, je exponierter oder je höher die Position ist; die Praxis zeigt aber leider das Gegenteil davon. Die wenigsten Menschen sagen einem ehrlich ihre Meinung. Ich finde das schade; und man wird der Möglichkeit beraubt, Dinge im Sinne eines Miteinanders zu ändern.

Wie weit weg oder nah dran sind Sie heutzutage an den Athleten ?

Ich bin bei verschiedensten Wettkämpfen anwesend, spreche oft mit den Aktiven über die erbrachten Leistungen, da ich eine extrem große Leidenschaft für den Skisport empfinde. Es passiert mir immer wieder, dass ich  sehr emotional auf die Leistungen der Athleten reagiere, wobei es dabei nicht um persönliche Kritik am Athleten geht, sondern um die Emotion in dem Sport. Ich glaube, wenn man keine Leidenschaft mehr für den Sport und die Sportler verspürt, kann man sich auch nicht voll dafür einsetzen. Spitzensport ist Emotion pur, mit allen Höhen und Tiefen, mit Verlieren und Gewinnen – das ist das Schöne daran und dafür arbeite ich.

Leistungssport, 2008